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MS in der Öffentlichkeit - Bekannte Persönlichkeiten mit MS

Die Multiple Sklerose ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, allein in Deutschland sind etwa 240.000 Menschen betroffen. Häufig trifft es junge Frauen zwischen zwanzig und vierzig Jahren, Männer sind nur etwa halb so häufig betroffen. Obwohl etwa jede 300. Person selbst unter MS leidet und fast jeder jemanden mit MS in der Familie oder im näheren Umfeld hat, ist das Thema, wie viele andere chronische Erkrankungen auch, fast ein Tabu-Thema. Wer nicht selbst betroffen ist weiß wenig darüber, wer betroffen ist findet oft wenig Gehör und sucht manchmal vergeblich nach Möglichkeiten, seine Erkrankung und damit sich selbst zu erklären. Doch in letzter Zeit gibt es einen neuen Trend: Während Themen wie Gesundheit, gesunde Ernährung und Lifestyle immer mehr Interesse wecken, rücken auch Krankheiten und der Umgang damit zwangsläufig in den Fokus. Gerade seltene und chronische Erkrankungen finden immer mehr Gehör, zum einen in der Wissenschaft, aber eben auch in der Gesellschaft, in sozialen Medien und in der Familie.

„Neuer Trend: Chronische Erkrankungen“

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MS kann nicht nur Sie oder mich betreffen, das entscheidende Zusammenspiel aus Umwelt, Genetik und Zufall kann jeden treffen und nicht wenige Betroffene haben einen Namen, der dem ein oder anderen etwas sagt. Und genau das haben sich einige eben dieser Betroffenen zum Vorteil gemacht, um die allgemeine Öffentlichkeit auf das Thema MS aufmerksam zu machen und um Verständnis zu fördern. Ein Beispiel ist Jack Osbourne, geboren 1980 in London, der durch die Realityserie „The Osbournes“ bekannt wurde. Nach längerer Drogen- und Alkoholabhängigkeit begann Osbourne 2003 als Talent Scout für ein Musiklabel zu arbeiten. 2012 erhielt er die Diagnose MS, kurz nachdem seine dritte Tochter geboren wurde. Damals reagierte er geschockt und voller Wut, sagt er selbst, heute glaubt er: „man muss herausfinden, was es bedeutet und dann muss man es akzeptieren“. Osbourne begann kurz nach seiner Diagnose die Website „You don`t know Jack about MS“ (Deutsch: Du weisst nichts über MS) zu betreiben, über die er Beiträge und Videos zu seinem Leben mit MS teilt. Er selbst sagt, er wolle seinen Standpunkt in der Öffentlichkeit nutzen, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und um anderen weiterzuhelfen. Auch die US-amerikanische Schauspielerin Selma Blair teilte ihre Diagnose mit der Öffentlichkeit. Die mittlerweile 48-Jährige wurde bekannt durch ihre Hauptrolle in der Serie „Zoe“ und weitere Darbietungen in „Strong Island Boys“, „Brown`s Requiem“ oder „Girl“. Vor knapp zwei Jahren machte sie publik, dass sie unter Multipler Sklerose leidet und begann daraufhin, diesbezüglich regelmäßig Fotos und Beiträge auf Instagram zu posten. Unter anderem veröffentlichte sie ein Video, das zeigt, wie ihr Sohn ihr vor einer Chemotherapie die Haare abrasiert und auch ihr Leben während und mit der Chemotherapie dokumentierte sie auf der Social-Media-Plattform.

MS und Sport?

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Ja, das ist möglich. Das zeigt zum Beispiel der 1988 in Ohio in den USA geborene Chris Wright. Der Profi-Basketballer spielte unter anderem für die Maine Red Claws und die Golden State Warriors und gewann 2016 mit seinem Team von Maccabi Rishon le Zion die israelische Basketball-Meisterschaft.  2012, während seiner Zeit bei dem türkischen Klub Olin Edirne, bemerkte Wright beim Training plötzlich Taubheitsgefühle im rechten Fuß, die sich über die gesamte rechte Körperhälfte ausbreiteten. Er war damals 22 und konnte von einem auf den anderen Tag kaum noch aufstehen, nicht mehr richtig laufen und konnte sich das alles nicht erklären. Ein Aufenthalt im Krankenhaus brachte ihm die Diagnose: MS. Doch für Wright kam es nicht in Frage, den Traum von der NBA, der amerikanischen Basketball-Liga, aufzugeben. Mit einer großen Portion Optimismus und Disziplin kämpfte er sich weiter nach oben und unterschrieb im Frühjahr 2013, ein knappes Jahr nach der Diagnose, als erster MS-erkrankter Sportler einen Vertrag bei der Profiliga. „Ich hatte niemals Angst vor MS. Es ist ein innerer Kampf und ich fühle mich ihm gewachsen“, sagt Wright und dass der Sport ein Teil seines Lebens sei, den er sich auch von MS nicht nehmen lasse.

„Keine Panik! Du brauchst jetzt einen klaren Kopf.“

Auch vor Politik und Regierung macht die MS keinen Halt, das hat unter anderem Kathrin Vogel, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke bewiesen. Die friedenspolitische Sprecherin der Linken machte 2015 ihre MS-Diagnose öffentlich und findet auf ihrer Website beruhigende Worte für Betroffene und Angehörige. Neben Empfehlungen von Informationsbroschüren und Tipps zur Sozialversicherung gibt sie den Rat: „Keine Panik! Panik macht dich schwächer, als es die MS eh schon tut. Du brauchst jetzt aber einen klaren Kopf, um die ganzen Informationen zu verarbeiten und zu bewerten.“ Vogel setzt sich politisch vor allem für mehr öffentliche Gelder zum Vorantreiben der Forschung zu alternativen und nichtmedikamentösen Therapien ein. Sie betont, Gesundheit sein „ein Menschenrecht, keine Ware!“

„Verwandle Wut in Hoffnung“

Anders geht Aaron Solowoniuk das Thema an. Der Schlagzeuger der kanadischen Punk- und Rockband Billy Talent wurde 1974 in Streetsville in Ontario geboren und lernte seine Bandkollegen bereits in der High School kennen, als sie zunächst unter einem anderen Namen Musik machten. 1998 erhielt er die Diagnose MS, doch erst 2006, nachdem sich seine Symptome noch einmal deutlich verstärkt hatten, informierte die Band die Öffentlichkeit. Doch entgegen jeder Erwartung verließ Solowoniuk die Band nicht, zwar war er nicht mehr in vollem Umfang an Konzerten beteiligt, spielte aber immer wieder einzelne Songs mit und traf sich manchmal sogar vor den Konzerten mit Fans, die ebenfalls MS hatten. Und nicht nur das: Billy Talent spielt seitdem regelmäßig Benefizkonzerte, deren Erlös unter anderem an die DMSG, die Deutsche Gesellschaft für Multiple Sklerose, ging. 2006 gründete Solowoniuk darüber hinaus die Selbsthilfeorganisation FUMS. Unter dem Motto „Turn Anger Into Hope“ (Deutsch: Verwandle Wut in Hoffnung) vernetzt er damit Kinder und junge Erwachsene mit MS, die dadurch zusammenkommen, sich austauschen und sich gegenseitig Mut machen können.

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Natürlich gibt es darüber hinaus viel mehr Betroffene und auch Angehörige von Betroffenen, so zum Beispiel Anne Rowling, die Mutter der Harry Potter Autorin J.K. Rowling, Fraser C. Robinson, der Vater von Michelle Obama oder Dagmar Wulff, die Mutter von Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Dies war nur eine Auswahl bekannter Namen und Persönlichkeiten, die die Diagnose MS erhalten und ihre Position in der Öffentlichkeit genutzt haben, um Verständnis zu fördern und Mut zu machen.

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